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title: "Vom Setup zum fertigen Produktpass"
description: "Schritt-für-Schritt-Anleitung vom leeren System zum geprüften und veröffentlichten Digitalen Produktpass."
canonical_url: "https://digital-product-passport.cloud/docs/guides/einstiegs-guide-zum-ersten-dpp"
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Diese Anleitung führt durch die empfohlene Reihenfolge: zuerst Organisation und Datenmodell, danach Produktpässe, Governance (Beta) und öffentliche DPP-Seite.

## Voraussetzungen

- Zugang zur DPP-Plattform mit passenden Rechten.
- Mindestens ein Produkt oder eine Produktstruktur, die dokumentiert werden soll.
- Grundentscheidung zu Sprachen, Ebenen, Produktgruppen und öffentlichen DPP-Inhalten. Eine fachliche Orientierung steht im Guide „Einstieg in die Produktpässe“.

<note>

Viele Daten können über JSON-Import oder API angelegt werden. Die Reihenfolge bleibt trotzdem wichtig, weil Produktpässe auf Sprachen, Ebenen, Attributgruppen, Attributdefinitionen, Produktgruppen, Wertelisten und Wertekataloge verweisen.

</note>

## 1. Organisation erstellen und Stammdaten pflegen

Erstelle die Organisation über **Create Organization** oder öffne eine bestehende Organisation unter **Organization → General**.

Pflege mindestens Name, Kontakt, Adresse und relevante rechtliche Felder. Für Governance und externe Zielsysteme sind auch Registernummer, Umsatzsteuer-ID, EORI oder LEI relevant, falls vorhanden.

## 2. Sprachen anlegen

Navigiere zu **Data Model → Languages** und lege die benötigten Sprachen an. Setze genau die Sprache als Standard, die bei fehlenden Übersetzungen als Fallback dienen soll.

## 3. Ebenen definieren

Navigiere zu **Data Model → Layers** und definiere die Produktstruktur.

<table>
<thead>
  <tr>
    <th align="right">
      Reihenfolge
    </th>
    
    <th>
      Ebene
    </th>
    
    <th>
      Typische Daten
    </th>
    
    <th>
      Typisches Quellsystem
    </th>
  </tr>
</thead>

<tbody>
  <tr>
    <td align="right">
      1
    </td>
    
    <td>
      Produkt
    </td>
    
    <td>
      Name, Beschreibung, GTIN, Materialangaben, technische Daten
    </td>
    
    <td>
      PIM
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td align="right">
      2
    </td>
    
    <td>
      Charge
    </td>
    
    <td>
      Produktionsdatum, Werk, Rohstoffcharge, Prüfzeugnis, Haltbarkeit
    </td>
    
    <td>
      ERP
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td align="right">
      3
    </td>
    
    <td>
      Seriennummer
    </td>
    
    <td>
      Seriennummer, Auslieferung, Garantie, Reparaturhistorie
    </td>
    
    <td>
      ERP, CRM oder Service-System
    </td>
  </tr>
</tbody>
</table>

Die Reihenfolge steuert später die Parent-Auswahl: Eine Charge hängt an einem Produkt, eine Seriennummer hängt an einer Charge.

Diese Trennung ist sinnvoll, weil die Daten auf jeder Ebene eine andere Datenhoheit haben. Produktinformationen werden im PIM gepflegt, Chargendaten entstehen im ERP, und individuelle Seriennummern- oder Servicedaten kommen häufig aus ERP, CRM oder Service-System.

## 4. Attributgruppen anlegen

Navigiere zu **Data Model → Sections** und lege die Gruppen an, in denen Attribute im Produktpass erscheinen.

Typische Gruppen:

- Stammdaten
- Technische Daten
- Materialien
- Bilder
- Dokumente
- Compliance

## 5. Optional Wertelisten anlegen

Navigiere zu **Data Model → Value Lists**, wenn strukturierte Auswahlwerte benötigt werden.

Nutze Wertelisten für wiederkehrende Optionen wie Materialklassen, Ländergruppen, Zertifikatstypen oder Statuswerte.

## 6. Optional Wertekataloge anlegen

Navigiere zu **Data Model → Value Catalogs**, wenn ein Attribut aus mehreren Teilfeldern bestehen soll.

Beispiel „Materialzusammensetzung“:

<table>
<thead>
  <tr>
    <th>
      Feld
    </th>
    
    <th>
      Typ
    </th>
    
    <th>
      Pflicht
    </th>
    
    <th>
      Beispiel
    </th>
  </tr>
</thead>

<tbody>
  <tr>
    <td>
      Materialname
    </td>
    
    <td>
      Text
    </td>
    
    <td>
      Ja
    </td>
    
    <td>
      Baumwolle
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Materialklasse
    </td>
    
    <td>
      Text mit Werteliste
    </td>
    
    <td>
      Ja
    </td>
    
    <td>
      Naturfaser
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Anteil in Prozent
    </td>
    
    <td>
      Zahl
    </td>
    
    <td>
      Ja
    </td>
    
    <td>
      80
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Herkunftsland
    </td>
    
    <td>
      Text mit Werteliste
    </td>
    
    <td>
      Nein
    </td>
    
    <td>
      Deutschland
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Recyclinganteil
    </td>
    
    <td>
      Zahl
    </td>
    
    <td>
      Nein
    </td>
    
    <td>
      20
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Zertifikatslink
    </td>
    
    <td>
      URL
    </td>
    
    <td>
      Nein
    </td>
    
    <td>
      Link zum Zertifikat
    </td>
  </tr>
</tbody>
</table>

Für den Anteil sollte eine Summenregel eingerichtet werden, damit alle Materialanteile zusammen 100 Prozent ergeben.

## 7. Attributdefinitionen anlegen

Navigiere zu **Data Model → Fields** und lege die Attribute an.

Wähle den passenden Typ:

<table>
<thead>
  <tr>
    <th>
      Typ
    </th>
    
    <th>
      Beispiel
    </th>
  </tr>
</thead>

<tbody>
  <tr>
    <td>
      Text
    </td>
    
    <td>
      Artikelnummer, Seriennummer, Chargennummer
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Zahl
    </td>
    
    <td>
      Gewicht, Länge, Recyclinganteil
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Datum
    </td>
    
    <td>
      Produktionsdatum, Ablaufdatum, Prüfdatum
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Ja/Nein
    </td>
    
    <td>
      Gefahrgut, reparierbar, öffentlich sichtbar
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      URL
    </td>
    
    <td>
      Zertifikats-URL, Hersteller-Webseite
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Bild oder Dokument
    </td>
    
    <td>
      Produktbild, Prüfbericht als Datei
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Bild-Link oder Dokument-Link
    </td>
    
    <td>
      externes Bild oder Datenblatt
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Wertekatalog
    </td>
    
    <td>
      Materialzusammensetzung
    </td>
  </tr>
  
  <tr>
    <td>
      Relation
    </td>
    
    <td>
      Ersatzteil, Zubehör, Verpackung oder Komponente
    </td>
  </tr>
</tbody>
</table>

Prüfe direkt Pflichtstatus, Eindeutigkeit, Admin-Suche und DPP-Suche. Diese Einstellungen wirken auf Eingabe, Suche und Governance.

## 8. Produktgruppen anlegen

Navigiere zu **Governance → Product Groups** und lege fachliche Produktgruppen an.

Produktgruppen werden später Produktpässen zugeordnet und bestimmen, welche Zielformate und Governance-Zuordnungen relevant sind.

## 9. Produktpässe erstellen

Navigiere zu **Product Passports** und lege die ersten Produktpässe an.

Empfohlene Reihenfolge:

1. Produkt anlegen, zum Beispiel „Jacke Modell A“.
2. Charge mit Parent Produkt anlegen, zum Beispiel „Produktionslos Frühjahr 2026“.
3. Seriennummer mit Parent Charge anlegen, zum Beispiel „Einzelstück 000123“.

Pflege je Produktpass:

- Schlüssel
- Ebene
- Produktgruppe
- optional Parent
- Bezeichnungen
- Attribute
- Katalogwerte
- Relationen
- Dateien

Nutze Parent für die Hauptstruktur und Relationsattribute für zusätzliche fachliche Beziehungen.

## 10. Zielformat aktivieren und Governance-Zuordnung speichern

Navigiere zu **Governance → Target Formats**.

<note>

Governance ist aktuell als Beta-Funktion markiert. Prüfe Ergebnisse fachlich, bevor du sie als verbindliche Erfüllungsbewertung nutzt.

</note>

Aktiviere das relevante Zielformat und ordne Zielpfade zu:

- Attribut,
- Systemfeld,
- Konstante,
- oder bewusst nicht zugeordnet.

Setze bei Bedarf Produktgruppen- und Ebenen-Gültigkeit. Produkt-, Chargen- und Seriennummerdaten können unterschiedliche Zielanforderungen erfüllen.

## 11. Governance-Dashboard prüfen

Navigiere zu **Dashboard → Governance**.

Prüfe Erfüllungsgrad, offene Aufgaben, ungeprüfte Produktpässe und häufige Problemgruppen. Korrigiere fehlende Attribute, unvollständige Katalogwerte, Produktgruppen-Zuordnungen oder Zielformat-Zuordnungen.

## 12. DPP-Seite konfigurieren

Konfiguriere unter **DPP Page** die öffentliche Darstellung:

1. **Domain**: Slug, Standard-URL, eigene Domain und Freigabe prüfen.
2. **Design**: Logo, Farben, QR-Code-Farbe, Schrift, Radius und Kartenoptik einstellen.
3. **Home Page**: öffentliche Startseite mit Texten, Bildern oder Videos pflegen.
4. **UI Translations**: feste UI-Texte je Sprache übersetzen.
5. **Impressum**: Rechtstexte pro Sprache pflegen.
6. **404 Page**: Meldung für nicht gefundene DPP-Links pflegen.

## 13. QR-Code und öffentliche DPP-Seite prüfen

Öffne den Produktpass und prüfe:

- QR-Code,
- öffentliche DPP-Seite,
- Sprache,
- Medien,
- Pflichtangaben,
- Domain und Slug,
- Darstellung auf Smartphone und Desktop.

<warning>

Ändere Slug oder Domain nicht mehr kurz vor Druck oder Auslieferung von QR-Codes. Bestehende QR-Links können dadurch ungültig werden.

</warning>
