Vom Setup zum fertigen Produktpass
Diese Anleitung führt durch die empfohlene Reihenfolge: zuerst Organisation und Datenmodell, danach Produktpässe, Governance (Beta) und öffentliche DPP-Seite.
Voraussetzungen
- Zugang zur DPP-Plattform mit passenden Rechten.
- Mindestens ein Produkt oder eine Produktstruktur, die dokumentiert werden soll.
- Grundentscheidung zu Sprachen, Ebenen, Produktgruppen und öffentlichen DPP-Inhalten. Eine fachliche Orientierung steht im Guide „Einstieg in die Produktpässe“.
1. Organisation erstellen und Stammdaten pflegen
Erstelle die Organisation über Create Organization oder öffne eine bestehende Organisation unter Organization → General.
Pflege mindestens Name, Kontakt, Adresse und relevante rechtliche Felder. Für Governance und externe Zielsysteme sind auch Registernummer, Umsatzsteuer-ID, EORI oder LEI relevant, falls vorhanden.
2. Sprachen anlegen
Navigiere zu Data Model → Languages und lege die benötigten Sprachen an. Setze genau die Sprache als Standard, die bei fehlenden Übersetzungen als Fallback dienen soll.
3. Ebenen definieren
Navigiere zu Data Model → Layers und definiere die Produktstruktur.
| Reihenfolge | Ebene | Typische Daten | Typisches Quellsystem |
|---|---|---|---|
| 1 | Produkt | Name, Beschreibung, GTIN, Materialangaben, technische Daten | PIM |
| 2 | Charge | Produktionsdatum, Werk, Rohstoffcharge, Prüfzeugnis, Haltbarkeit | ERP |
| 3 | Seriennummer | Seriennummer, Auslieferung, Garantie, Reparaturhistorie | ERP, CRM oder Service-System |
Die Reihenfolge steuert später die Parent-Auswahl: Eine Charge hängt an einem Produkt, eine Seriennummer hängt an einer Charge.
Diese Trennung ist sinnvoll, weil die Daten auf jeder Ebene eine andere Datenhoheit haben. Produktinformationen werden im PIM gepflegt, Chargendaten entstehen im ERP, und individuelle Seriennummern- oder Servicedaten kommen häufig aus ERP, CRM oder Service-System.
4. Attributgruppen anlegen
Navigiere zu Data Model → Sections und lege die Gruppen an, in denen Attribute im Produktpass erscheinen.
Typische Gruppen:
- Stammdaten
- Technische Daten
- Materialien
- Bilder
- Dokumente
- Compliance
5. Optional Wertelisten anlegen
Navigiere zu Data Model → Value Lists, wenn strukturierte Auswahlwerte benötigt werden.
Nutze Wertelisten für wiederkehrende Optionen wie Materialklassen, Ländergruppen, Zertifikatstypen oder Statuswerte.
6. Optional Wertekataloge anlegen
Navigiere zu Data Model → Value Catalogs, wenn ein Attribut aus mehreren Teilfeldern bestehen soll.
Beispiel „Materialzusammensetzung“:
| Feld | Typ | Pflicht | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Materialname | Text | Ja | Baumwolle |
| Materialklasse | Text mit Werteliste | Ja | Naturfaser |
| Anteil in Prozent | Zahl | Ja | 80 |
| Herkunftsland | Text mit Werteliste | Nein | Deutschland |
| Recyclinganteil | Zahl | Nein | 20 |
| Zertifikatslink | URL | Nein | Link zum Zertifikat |
Für den Anteil sollte eine Summenregel eingerichtet werden, damit alle Materialanteile zusammen 100 Prozent ergeben.
7. Attributdefinitionen anlegen
Navigiere zu Data Model → Fields und lege die Attribute an.
Wähle den passenden Typ:
| Typ | Beispiel |
|---|---|
| Text | Artikelnummer, Seriennummer, Chargennummer |
| Zahl | Gewicht, Länge, Recyclinganteil |
| Datum | Produktionsdatum, Ablaufdatum, Prüfdatum |
| Ja/Nein | Gefahrgut, reparierbar, öffentlich sichtbar |
| URL | Zertifikats-URL, Hersteller-Webseite |
| Bild oder Dokument | Produktbild, Prüfbericht als Datei |
| Bild-Link oder Dokument-Link | externes Bild oder Datenblatt |
| Wertekatalog | Materialzusammensetzung |
| Relation | Ersatzteil, Zubehör, Verpackung oder Komponente |
Prüfe direkt Pflichtstatus, Eindeutigkeit, Admin-Suche und DPP-Suche. Diese Einstellungen wirken auf Eingabe, Suche und Governance.
8. Produktgruppen anlegen
Navigiere zu Governance → Product Groups und lege fachliche Produktgruppen an.
Produktgruppen werden später Produktpässen zugeordnet und bestimmen, welche Zielformate und Governance-Zuordnungen relevant sind.
9. Produktpässe erstellen
Navigiere zu Product Passports und lege die ersten Produktpässe an.
Empfohlene Reihenfolge:
- Produkt anlegen, zum Beispiel „Jacke Modell A“.
- Charge mit Parent Produkt anlegen, zum Beispiel „Produktionslos Frühjahr 2026“.
- Seriennummer mit Parent Charge anlegen, zum Beispiel „Einzelstück 000123“.
Pflege je Produktpass:
- Schlüssel
- Ebene
- Produktgruppe
- optional Parent
- Bezeichnungen
- Attribute
- Katalogwerte
- Relationen
- Dateien
Nutze Parent für die Hauptstruktur und Relationsattribute für zusätzliche fachliche Beziehungen.
10. Zielformat aktivieren und Governance-Zuordnung speichern
Navigiere zu Governance → Target Formats.
Aktiviere das relevante Zielformat und ordne Zielpfade zu:
- Attribut,
- Systemfeld,
- Konstante,
- oder bewusst nicht zugeordnet.
Setze bei Bedarf Produktgruppen- und Ebenen-Gültigkeit. Produkt-, Chargen- und Seriennummerdaten können unterschiedliche Zielanforderungen erfüllen.
11. Governance-Dashboard prüfen
Navigiere zu Dashboard → Governance.
Prüfe Erfüllungsgrad, offene Aufgaben, ungeprüfte Produktpässe und häufige Problemgruppen. Korrigiere fehlende Attribute, unvollständige Katalogwerte, Produktgruppen-Zuordnungen oder Zielformat-Zuordnungen.
12. DPP-Seite konfigurieren
Konfiguriere unter DPP Page die öffentliche Darstellung:
- Domain: Slug, Standard-URL, eigene Domain und Freigabe prüfen.
- Design: Logo, Farben, QR-Code-Farbe, Schrift, Radius und Kartenoptik einstellen.
- Home Page: öffentliche Startseite mit Texten, Bildern oder Videos pflegen.
- UI Translations: feste UI-Texte je Sprache übersetzen.
- Impressum: Rechtstexte pro Sprache pflegen.
- 404 Page: Meldung für nicht gefundene DPP-Links pflegen.
13. QR-Code und öffentliche DPP-Seite prüfen
Öffne den Produktpass und prüfe:
- QR-Code,
- öffentliche DPP-Seite,
- Sprache,
- Medien,
- Pflichtangaben,
- Domain und Slug,
- Darstellung auf Smartphone und Desktop.